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Die Mitglieder des Rheinbacher Partnerschaftsvereins (v.l.) Hans-Jürgen Döring, Winfried Kern, Walter Erlenbach, und der Vorsitzende des Vereins Sonow, Radim Vácha, sowie die Restauratorin Eva Míčkova bei der Scheckübergabe. – Foto: Patrick Kern

Seit 2015 engagieren sich Mitglieder des Rheinbacher Vereins „Freunde und Partner von Kamenický Šenov / Steinschönau e.V.“ für den Erhalt und die Restaurierung der historischen Grabmale des alten Friedhofs in der Partnerstadt. An der Präsentation der Restaurierungsergebnisse des Vorjahres und der Planung des laufenden Jahres durch den verantwortlichen Verein Sonow nahmen am 7. April auch wieder mehrere Interessierte aus Rheinbach teil. Bei dieser Gelegenheit wurde ein Scheck von 1.000,- € übergeben, das sind 25.000,- tschechische Kronen, als erste Hälfte des diesjährigen Beitrages aus Rheinbach. Die Gelder sind aus Spenden und aus Flohmarktbeteiligungen zusammengetragen worden. Neben den jährlichen Zuschüssen des Deutsch-Tschechischen Zukunftsfonds konnte der bisherige Vereinsvorsitzende Winfried Kern auch bei dem Wettbewerb „Europa bei uns zuhause“ des nordrhein-westfälischen Ministeriums für Bundes- und Europaangelegenheiten eine Förderung von 4.000,- € für das Projekt erwirken.

Auch in Tschechien ist das Vorhaben inzwischen ein Vorzeigeprojekt geworden. Die Presse berichtet ausführlich, Stadt, Kreis und Bezirk lassen sich die Vorgehensweise präsentieren und stellen Beträge für die Restaurierungen zur Verfügung, auch Einzelpersonen und Betriebe, vor allem aus dem Bereich der Glasbranche, haben sich finanziell beteiligt und weitere Zuwendungen angekündigt. Trotzdem wird auch weiterhin die Unterstützung aus Rheinbach notwendig sein; es ist den tschechischen Freunden durchaus bewusst, dass „auch in Deutschland das Geld nicht auf den Bäumen wächst“, wie der Vorsitzende des Vereins Sonow, Radim Vácha, wiederholt dankbar betonte.

Für 2018 ist die Restaurierung weiterer vier Grabmale (Franz Zahn, Emanuel Hesse, Franz Schöbel und Karl Pietsch) geplant. Das Team um die Restauratorin Eva Míčkova vom Prager Nationalmuseum hat bisher neben der ausgezeichneten handwerklichen Leistung parallel eine professionelle und wissenschaftlich sehr exakte Beschreibung der Objekte und der Restaurierungsarbeiten abgeliefert – auch das trägt zum Renommee des Projektes bei.

Der Bürgerbesuch aus Rheinbach in Kamenický Šenov im Juni dieses Jahres wird den Teilnehmern den Projektfortgang aufzeigen. Der kunsthistorische Wert einiger Grabmale soll durch den vorherigen Besuch auf der Prager Burg und der Karlsbrücke verdeutlicht werden: Auch dort stehen, wie auf dem alten Friedhof von Steinschönau, Statuen der Bildhauer Joseph  und Emanuel Max, der wichtigsten Vertreter des akademischen Klassizismus in Prag und Böhmen in der Mitte des 19. Jahrhunderts.

 

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