Partnerschaftsverein und Jugendliche der KJI Merzbach helfen bei Friedhofsrestaurierung

16 Jugendliche der Kinder- und Jugendinitiative (KJI) Merzbach unterstützten während einer Arbeitswoche die Restaurierung von 4 Grabmalen auf dem alten Friedhof der Rheinbacher Partnerstadt  Kamenický Šenov in Tschechien. Unterstützt von den Vorstandsmitgliedern der KJI., Herrn Kerstholt, Herrn Kreische und Herrn Schön, sowie den Vorstandsmitgliedern des Rheinbacher Partnerschaftsvereins, Herrn Kern und Herrn Erlenbach, wurden an 4 Arbeitstagen Fundamente ausgehoben, alte Abflussrinnen gesucht (und gefunden), Drainagen gelegt und Fundamente gegossen.

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Die z.T. kunsthistorisch wertvollen, u.a. aus den Werkstätten der berühmten Bildhauer J. Max (der 5 Heiligenstatuen auf der Prager Karlsbrücke erstellte) und F. Neusar in Prag stammenden Grabmale werden nunmehr von professionellen Restaurator(inn)en wieder hergestellt. Eine stabile und die nächsten Jahrzehnte überdauernde Basis wurde während und nach der Arbeitswoche erstellt. Darüber hinaus wurde die Friedhofsmauer gereinigt, und an mehreren Stellen wurden die schadhaften Mauerfugen ausgekratzt und neu verfüllt. Über die Arbeit der Gruppe der KJI Merzbach wurde auch in der Presse bereits umfangreich berichtet.

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Natürlich kam neben der harten Arbeit auch die Freizeit nicht zu kurz. Der Partnerschaftsverein aus Kamenický Šenov hatte ein interessantes Programm zusammengestellt. Neben einem Abend im Schwimmbad konnten sich die Jugendlichen  mehrmals nach der schweißtreibenden und staubigen Arbeit im privaten Swimming-Pool des früheren Bürgermeisters, Ota Reiter, von Beginn an Unterstützer der Partnerschaft „abkühlen“.

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Der stellvertretende Bürgermeister Zbyněk Jech empfing die Gruppe im Rathaus, informierte über Kamenický Šenov und die Umgebung und dankte für den Einsatz.

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Am freien Tag ging es in die Glashütte Ajeto nach Lindava, in der die Jugendlichen ihre Geschicklichkeit beim Gebrauch der Glasmacherpfeife beweisen durften – die gefertigten Glasvasen, die beim Abschiedsabend feierlich überreicht wurden, können sich durchaus sehen lassen. Auch einem Glasbläser wurde über die Schulter geschaut, und in der Nachbargemeinde Sloup wurden die Waldbühne und die Burg besichtigt.

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Und da neben gutem Essen und Trinken vor allem die allseits bekannte und beliebte Gastfreundschaft der tschechischen Begleiter kam – gleich drei dortige Vereine wetteiferten um’s Wohl der deutschen Besucher – wurde am Ende der Woche die Frage gestellt, ob nicht im nächsten Jahr ein weiterer Arbeitsbesuch geplant werden sollte – zumindest ein Trip, um die dann hoffentlich fertig restaurierten Grabmale zu besuchen. Und die Worte von Radim Vácha, Vorsitzender des Vereines SONOW, der das ganze Projekt der Restaurierung initiierte und leitet, bei der Verabschiedung waren ein riesiges Kompliment und eine Aufforderung an alle, vor allem an die Jugendlichen: „Zu Anfang dachte ich, was mache ich nur mit so vielen Helfern – und jetzt frage ich mich, was mache ich nur ohne die Helfer?“

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Radim Vácha war es auch, der bei einem Besuch den ehemaligen Wachtberger Bürgermeister Hans-Jürgen Döring, ein aktives Mitglied der Städtepartnerschaft Rheinbachs mit Kamenický Šenov, von diesem Projekt der Restaurierung der alten Grabmale begeisterte. Die jungen tschechischen Aktivisten des Vereins SONOW (das ist der alte tschechische Name von Schönau) sehen die Grabmale überwiegend deutscher Glasmacher und -händler als einen wertvollen und erhaltenswerten Teil der Geschichte ihrer Heimatstadt an. Váchas Motto nicht nur für dieses Projekt: „Durch die Verantwortung für die Vergangenheit bauen wir Brücken für die Zukunft.“ Und Döring wiederum überzeugte Winfried Kern, den Vorsitzenden des Partnerschaftsvereins in Rheinbach, sowie viele Mitglieder, dieses Projekt zu unterstützen.

Winfried Kern wiederum brachte bei einem Gespräch mit Kalle Kerstholt und HP Kreische von der KJI Merzbach die Idee ins Spiel, im Rahmen einer Ferien-Arbeitswoche mit Jugendlichen bei diesem Projekt tatkräftig zu helfen – was dann auch mit großer Freude und zur Zufriedenheit aller Beteiligten geschah. Die Kosten für die Jugendlichen und ihre Betreuer übernahm die KJI, sodass die vorhandenen Gelder ohne Abzug in die Restaurierung der Grabmale fließen konnten. Als Dank des Partnerschaftsvereins wurden den Jugendlichen am Abschlussabend Urkunden über eine kostenfreie Mitgliedschaft bis Ende 2017 überreicht.

Allein durch Spenden und einige Flohmarktbeteiligungen wurden bisher mehr als 4.000 € in das Projekt transferiert, um Materialien und die professionellen Restauratoren zu bezahlen. Von tschechischer Seite kam eine ebenso große Summe durch Spenden zusammen, und nicht zuletzt förderte der Deutsch-Tschechische Zukunftsfonds mit 6000 € dieses Projekt, das noch eine zweistellige Anzahl von Grabmalen umfasst und dementsprechend noch mehrere Jahre laufen wird. Damit das Projekt nicht als Stückwerk endet, wird dringend die finanzielle Hilfe von Spendern auch in den nächsten Jahren benötigt. Der Rheinbacher Partnerschaftsverein plant auch für 2017 eine ähnliche Summe ein und freut sich auf weitere Spenden, und der Antrag beim Zukunftsfonds ist ebenfalls gestellt.

Dass, wie es ein Zeitungsbericht titelt, die Christusfigur sicher auf dem Sockel steht, wird wohl erst in einigen Wochen, wenn nicht gar Monaten der Fall sein. Vorher müssen noch die Restaurator(inn)en den brüchigen Sandstein festigen, Bruchstücke zusammenkleben und die fehlenden Teile ersetzen. Wie weit man Ende September damit sein wird, können die Teilnehmer der Rheinbacher Bürgerfahrt nach Kamenický Šenov vor Ort in Augenschein nehmen.

Walter Erlenbach

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