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Archiv für die Kategorie „Allgemein“

Seit 2016 restauriert der Verein SONOW in unserer Partnerstadt Kamenický Šenov (früher Steinschönau) mit Hilfe eines professionellen Restauratorenteamsunter der Leitung von Eva Mičkova vom Nationalmuseum in Prag die noch erhaltenswerten Grabmale des alten Friedhofs, der bereits 1883aufgelassen wurde. Viele dieser Grabmale haben kunsthistorischen Wert, sie stammen aus der Mitte des 19. Jahrhunderts und z.T. aus den Werkstätten von Josef und Emanuel Max aus Prag.

Der Partnerschaftsverein aus Rheinbach unterstützt diese Arbeit von Anfang an.

Bei der Bestimmung von Lebensdaten der „darunter Begrabenen“ und der früheren Zustände konnte immer wieder auf das Manuskript von Harry Palme aus dem Jahre 1935 zurückgegriffen werden. Auf Initiative von Radim Vachá vom Verein SONOW und Helena Braunová vom Glasmuseum in Kamenický Šenov durftenach über achtjähriger Recherche- und Überzeugungsarbeit das deutschsprachige Manuskript noch einmal qualitativ hochwertig abgescannt werden. Es wurde ins Tschechische übersetzt und von der Stadt Kamenický Šenov als Buch herausgegeben. 

Am Fest des Heiligen Wenzel am 28. September dieses Jahres wurde bereits ein erstes Exemplar des Buches an den Pfarrer übergeben.

Zum offiziellen „Taufakt“, der Präsentation am 23. November, hat auch der Partnerschaftsverein eine offizielle Einladung bekommen, und Winfried Kern, meine Frau Ulrike und ich haben dieser Feier gerne beigewohnt.

Die Teilnahme von etwa 200 Bürgern aus KamenickýŠenov an der Veranstaltung zeugte von einem großen Interesse, sind in dem Buch doch – neben den Grabmalen, den Personen, ihren Familien und zum Teil auch von deren Firmengeschichte – ebenfalls die Häuser beschrieben und, soweit sie 1935 noch standen, mit Fotos sichtbar gemacht. Alle Fotos sind in dem Buch hervorragend reproduziert, oftmals sogar nachbearbeitet und damit besser als im Original.

Und es kam tatsächlich zu einem „Taufakt“ mit musikalischer Begleitung, dem Buch wurde, wie bei einer Taufe, durch den Bürgermeister Frantiček Kučeramit Hilfe des Paten Radim Vachá Sekt übergeträufelt! 

Von den 200 Exemplaren wurden schon viele an verdiente Bürger der Stadt Kamenický Šenovübergeben, und andere wurden spontan gekauft und anschließend von den Beteiligten gerne signiert.

Die Fotos des Abends sind einzusehen unter:

https://anora-photography.rajce.idnes.cz/Krest_knihy_Kamenicky_Senov_a_jeho_Stary_hrbitov/?fbclid=IwAR1qgrqfb9SbKNeq6kCiHPdVmGE8eAz_MGVcJkxGytwqHsgn7oqVadhsSwA

und

https://esuska.rajce.idnes.cz/Krest_knihy_Kamenicky_Senov_a_jeho_Stary_hrbitov/?fbclid=IwAR2rZWcoU6sWZ7M1fWgeGUknyAch84ciY82NP8uL7bboI-P2Obqxk-8a4QI

Der Partnerschaftsverein hat als Geschenk an die Stadt (aber auch an die beiden Initiatoren Radim Vachá und Helena Braunová) eine CD mit den Kopien eines weiteren Buches (Manuskriptes) von Harry Palme übergeben: „Das Hohe Lied vom böhmischen Glase. Geschichte der Steinschönau-Haidaer Glasindustrie vom Ende des dreißigjährigen Krieges bis zum Jahre 1945“. Diese Kopie aus dem Rheinbacher Sudetendeutschen Archiv wurde dankenswerter Weise von Franz Klein abgescannt und uns und den tschechischen Freunden somit digital verfügbar gemacht. Es hat sich aber im Nachhinein herausgestellt, dass die „Rheinbacher Version“ dieser Auftragsarbeit von Harry Palme für die Bibliothek des Technischen Nationalmuseums in Prag einen vorläufigen Stand wiederzugeben scheint – es wird interessant sein, diese mit der endgültigen „Prager Version“ zu vergleichen.Und vielleicht wird das ja das zweite Buch werden, das, ins Tschechische übersetzt, vor der Stadt KamenickýŠenov als „Heimatgeschichtliche Forschungen“ herausgegeben werden wird.

Im Anschluss an den „Taufakt“ haben wir dem Verein SONOW noch einmal einen finanziellen Beitrag übergeben. Er soll dazu dienen, noch in diesem Herbst, bevor Dauerfrost eintritt, die dringend notwendigen Sanierungsarbeiten an der Friedhofsmauer weiter durchführen zu lassen.

Am Freitag Vormittag konnten wir die derzeitige Lobmeyr-Ausstellung im Glasmuseum besichtigen, die uns von der Leiterin Helena Braunová ausführlich gezeigt und erläutert wurde. Anschließend berichtete Direktor Pavel Kopřciva über den Fortgang derErneuerungsarbeiten an der Glasfachschule. Der Schwerpunkt der Glasfachschule, „Glas und Licht“, ein Alleinstellungsmerkmal unter den Schulen, wird noch einmal deutlich erweitert werden. Während der Umbauarbeiten ist der Unterricht für Gravur, Glasmalerei und Zeichnen im Hause von Peter Rath untergebracht, die theoretischen Fächer finden in der Grundschule statt.

Mit dem Vorstand des Schwestervereins wurden einige Eckpunkte des Bürgerbesuches der Tschechen im kommenden Jahr festgelegt; dieser wird voraussichtlich vom 19. bis 22. September stattfinden. Vorgesehen sindein Besuch im Freilichtmuseum Kommern sowie im Kloster Steinfeld (das Mutterkloster des im Juni von uns besuchten Prämonstratenserklosters Strahov in Prag)..An der Preisverleihung des 10. Internationalen Glaskunstpreises am 21. November 2019 soll gemeinsam teilgenommen werden –  wollen wir hoffen, dass wieder  wie so oft  ein Glasobjekt aus der Glasfachschule der Partnerstadt prämiert wird.

 

Im Namen des Vorstandes

Walter Erlenbach

 

Am 28. September haben in Tschechien alle Václavs Namenstag, gleichzeitig wird da aber auch einer der höchsten Staatsfeiertage begangen. Dieser geht zurück auf den Heiligen Václav – Wenzel, den die Tschechen als einen der Väter ihrer Staatlichkeit verehren.

Hl. Wenzel (Foto: Štěpánka Budková)

Wenzel war ein böhmischer Fürst aus der Dynastie der Přemysliden im 10. Jahrhundert. Er wurde 929 auf Befehl seines Bruders Boleslav in dessen Sitz Stará Boleslav / Altbunzlau ermordet. Noch im 10. Jahrhundert begann man Václav jedoch als Heiligen zu verehren. Stará Boleslav gilt als der älteste Wallfahrtsort in Tschechien.

Der Heilige Wenzel ist der wichtigste böhmische Landespatron und gilt als Symbol der tschechischen Staatlichkeit. Auch aus diesem Grund ist sein Todestag und Gedenktag am 28. September im Jahr 2000 zum Tag der Staatlichkeit erklärt worden.

(Autorin: Martina Schneibergová, 28-09-2018 Radio Praha, Sendungen auf Deutsch)

Am 28. September vor 300 Jahren wurde die Kirche in Steinschönau geweiht. Das wurde in diesem Jahr mit einem Festgottesdienst gefeiert.

Zu diesem Anlass wurde auch das ins Tschechische übersetzte, von der Stadt Kamenický Šenov finanzierteBuch von Harry Palme „Der alte Friedhof von Steinschönau. Seine Monumente und die darunter Begrabenen, wie sie aussahen, wie sie waren, was sie taten und wo sie wohnten“, der Öffentlichkeit präsentiert. Radim Vachá hat sich sehr darum bemüht und über sieben Jahre für ein qualitativ hochwertiges Abscannen des Originals gekämpft, das jetzt als DVD dem Buch (wenn gewünscht) beigelegt wird. Unsere Gratulation an Radim Vachá, Helena Braunova und den Verein SONOW für diese Leistung und unseren Dank an die Verwaltung der Stadt Kamenický Šenov mit Bürgermeister František Kučera!

Wer Interesse an dem Buch und vor allem der DVD hat möge sich bitte bei mir melden, wir werden dann eine Sammelbestellung losschicken.

Walter Erlenbach

„Freunde und Partner von Kamenický Šenov / Steinschönau und Umgebung e.V.“

Fotos vom Gottesdienst und der anschließenden Feier auf dem Kirch-Vorplatz unter https://esuska.rajce.idnes.cz/Posviceni_2018/

 

In diesem Jahr, am Freitag, dem 25. Mai, wurden in der Tschechischen Republik Kirchen und religiöse Denkmäler für die Nacht der Kirchen im Jahr 2018 geöffnet. In der Diözese Litoměřice (Leitmeritz), zu der auch unsere Kirche gehört, wurden 216 Objekte geöffnet und es wurden 32.000 Besucher gezählt. Wie es schon Tradition ist wurde die Kirche der Geburt von Sankt Johannes des Täufers geöffnet. Die Feierlichkeiten diesmal gedachten der Einweihung der Kirche vor 300 Jahren am Festtag des St. Wenzel. Die diesjährige Nacht der Kirchen fand in unserem festlichen Geist statt, und wir hatten eine ausgezeichnete Feier. Der Innenraum wurde von 300 Kerzen beleuchtet – jede mit einer Nummer für ein Jahr seines „Lebens“. Die Besucher konnten die Klänge unseres Musikorganisten Vladimír Heuler hören, den ein wunderschöner Gesang von Frau Vendula Chmelíková begleitete. Es war unglaublich.

Darüber hinaus wurden mit einer Powerpoint-Präsentation den Besuchern die Pfarrer seit dem 14. Jahrhundert vorgestellt, und eine Ausstellung der besten Werke von Kindern aus lokalen Schulen zum Thema: Die „Barocke Kirche in Šenov – Barockes Šenov in der Kirche“. Vor der Kirche bereitete Markéta Váchalová-Vojtíšková für Kinder eine Kunstwerkstatt vor, in der jeder für eine Nacht Architekt werden und mit einem internen LED-Beleuchtungslicht eine eigene Kirche bauen konnte. Der Abschluss des Abends wurde vom Direktor der Glasfachschule Pavel Kopřiva und seinen Studenten von der Universität von Ústí nad Labem (Fakultät für Angewandte Kunst und Design) mit Videomapping oder Projektion an der Fassade der Kirche betreut.

Auch im Turm war es voll. Wir konnten unsere Hauptglocke jede Stunde hören. Die Erfahrung war beeindruckend, besonders für die kleinen Kinder. Unter uns zitterte die ganze den Holzkonstruktion, denn die Stimme unserer Glocke ist sehr ausgeprägt! Die Renaissance- Glocke von Kamenický Šenov (früher: Steinschönau) hat keinen Namen, sie wurde niemandem geweiht, als sie im Jahr 1615 entstanden ist. Es war nach der Billigung religiöser Freiheiten durch das Toleranzpatent von Kaiser Rudolf II. im Jahre 1609und vor der Schlacht am Weißen Berg im Jahr 1621. Das war zu einer Zeit, als die persönliche Religionsfreiheit garantiert war. Der Besitz von Česká Kamenice gehörte der Familie Kinsky, die zu dieser Zeit sowohl von Katholiken als auch von Protestanten vertreten wurde. In Steinschönau waren der lutherische Pastor und die Gläubigen allesamt Lutheraner (Protestanten). Die Holzkirche, die seit der Mitte des 16. Jahrhunderts auf dem Alten Friedhof stand, war lutherisch und unsere Glocke wurde für ihren Turm gekauft. Protestanten (Lutheraner, Evangelikale, Hussiten …) erkennen die Heiligkeit der Heiligen nicht an, deshalb haben sie keine Kapellen, Kirchen, Glocken … im Namen von Heiligen, und aus diesem Grunde hat unsere Glocke in Kamenický Šenov bis heute keinen Namen.

Wir in Kamenický Šenov zählten 230 Kirchenbesucher für die Nacht der Kirchen! Kleine Snacks werden traditionell von den Damen von Sonow gepflegt. Danke. Dank sei auch gesagt den Organisatoren der Pfarrei, dem Verein Sonovnd der Stadt sowie den Künstlern, die es geschafft haben, an diesem einzigartigen Ort eine einzigartige Atmosphäre zu zaubern. Der größte Dank aber gehört allen, die zu einer sehr schönen Feier gekommen sind.

  1. Vácha, K. Machová, D. Liptáková, K. Löwyová

 

(Aus: Šenovské listy, Juli-August 2018, S. 22.

Übersetzung: W. Erlenbach mit translate.google.de und Freigabe durch R. Vachá)