Vom 17.-20.08. besuchten 34 Bürger aus Kamenický Šenov ihre Partnerstadt Rheinbach, darunter eine Gruppe Jugendlicher, die zusammen mit Rheinbacher Jugendlichen der KJI Merzbach ein Kanuwochenende an der Lahn verbrachten.

Für die Erwachsenen hatte der Rheinbacher Partnerschaftsverein ein Programm zusammengestellt, bei dem zum einen die tschechischen Freunde ihre Partnerstadt und die nähere Umgebung bei einer Stadtführung durch Rheinbach, dem Besuch der Römervilla in Ahrweiler und einer Wanderung nach Hilberath kennenlernten, und bei dem zum anderen bei einem Besuch in Aachen mit Führungen durch den Dom und das historische Rathaus mit Krönungssaal sie die große geschichtliche Vergangenheit dieser Stadt erfahren konnten.

Trotz des wirklich schlechten Wetters hatte es allen Teilnehmern viel Spaß gemacht. Bei dieser Gelegenheit konnte der Vorsitzende des Rheinbacher Partnerschaftsvereins, Herr Kern, die doch unterschiedlichen Mentalitäten zwischen Rheinländern und Tschechen beobachten: Während die Rheinbacher  bei der Wanderung nach Hilberath im strömendem Regen es doch sehr eilig hatten, sammelten die Tschechen in aller Ruhe und mit voller Begeisterung Pilze.

Hatte Herr Kern bei der Ankunft der Tschechen in seiner Begrüßungsrede an die vielen tollen Begegnungen während der letzten 15 Jahre erinnert, so dankte er am Abschlussabend allen, die diese Partnerschaft begründet, unterstützt und gefördert haben; hier standen für ihn an erster Stelle Helfried Glössner und die beiden Bürgermeister Stefan Raetz und Ota Raiter. Dann natürlich auch die Partnerschaftsvereine beider Städte mit ihren Vorständen und Mitgliedern, die diese Partnerschaft durch die vielen reizvollen Aktivitäten so lebendig werden ließen. Zuletzt erwähnte er die vielen Organisationen, mit deren finanzieller Hilfe diese Begegnungen ermöglicht wurden. Hier muss der deutsch-tschechische Zukunftsfonds an erster Stelle genannt werden; dann aber auch – wie bei dieser Begegnung – die KJI Merzbach, und die Kreissparkasse Köln, sowie die finanzielle Beteiligung der Stadt Kamenický Šenov an allen stattgefundenen gemeinsamen Veranstaltungen.

Winfried Kern

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25 Rheinbacher Bürger begleiteten den Partnerschaftsvorsitzenden Winfried Kern vom 22.-25.09. auf die Reise nach Tschechien. Mit dabei waren vom Vorstand der stellvertretende Vorsitzende Walter Erlenbach und der Kassierer Wolfgang Unterbusch. Außerdem nahmen an der Reise der Bürgermeister Stefan Raetz mit seiner Ehefrau Birgitta und – als Vertreterin der Glasfachschule – Sabina Ramershoven gemeinsam mit einer Schülerin teil.In Bautzen machte die Reisegruppe einen Zwischenhalt mit Übernachtung und einer Stadtführung durch die reizvolle historische Altstadt mit Besichtigung des Petridoms. An der Führung teilgenommen haben auch 14 tschechische Freunde aus der nur ca.70km entfernten Partnerstadt. Außerdem ist aus Berlin ein in Steinschönau gebürtiger Freund des Partnerschaftsvereins, der über die Internetseite des Vereins von dem Projekt zur Erhaltung des historischen Friedhofs erfahren hat und sich seitdem für die Aktivitäten des Vereins interessiert, mit Begleitung zur Reisegruppe hinzu gestoßen. Nach der Besichtigung kehrten die Teilnehmer in ein sorbisches Restaurant ein, wo die Inhaberin die Gäste in traditioneller Tracht mit Brot und Salz begrüßte.

Anschließend ging die Reise weiter durch das Zittauer Gebirge in die tschechische Partnerstadt Kamenický Šenov, dem früheren Steinschönau. Am Abend konnte man sich bei einer Wein- Degustation in aller Ruhe mit den tschechischen Freunden unterhalten. Da an diesem Wochenende auch die Feierlichkeiten zum 160jährigen Bestehen der Glasfachschule stattfanden, waren die Teilnehmer zu einer „Nacht des Glases und des Lichtes“ eingeladen. Es konnten die Glasfachschule mit ihren Arbeitsräumen und ausgestellte Glasobjekte ehemaliger Schulleiter und Absolventen besichtigt werden.

Am Samstagmorgen hatte die Reisegruppe das Glück, an einer Führung durch die Lüsterfabrik „ Preciosa“, die sonst für die Öffentlichkeit nicht zugängig ist, teilnehmen zu dürfen. Alle Teilnehmer waren sehr beeindruckt von den vielfältigen Arbeitsprozessen, die zur Herstellung der Lüster benötigt werden, sowie von den fertig gestellten Lüstern traditioneller und auch moderner Art.

Im Anschluss hatte die Glasfachschule zu einem Vortrag über die Historie der Schule eingeladen. Zu diesem Vortrag wurden hohe politische Vertreter, wie zum Beispiel die tschechische Bildungsministerin, Katerina Valachova, begrüßt. In Ihren Reden lobten Sie das Engagement vieler Glaskünstler und Glasinteressierter, die vor einigen Jahren durch eine Petition, die auch Rheinbacher Bürger unterzeichneten, die vorgesehene Schließung der Schule verhindert haben.

Zum Mittagessen gab es in dem nahegelegenen Ceska Kamenice das Traditionsgericht der tschechisch-böhmischen Küche: Rinderbraten mit Semmelknödeln. An das Mittagessen schloss sich eine Führung durch die direkt neben dem Restaurant gelegene wunderschöne barocke Marienwallfahrtskirche an. Am frühen Nachmittag schauten sich die Teilnehmer den von ehemaligen Absolventen gestalteten historischen Umzug an.

Danach hatte die Reisegruppe bei dem Besuch des Alten Friedhofs die Gelegenheit, die im August mit einer Gruppe Rheinbacher Jugendlicher und ihrer Begleiter begonnenen Arbeiten zur Erhaltung der historisch wertvollen Grabmäler zu begutachten. Radim Vacha, der Leiter des Vereins „SONOW“, deren Mitglieder sich um die Denkmalpflege des Ortes kümmern, gab die Informationen über die bisher geleisteten Arbeiten und einen Ausblick über den weiteren Verlauf des Projekts, was sich wegen der hohen Kosten noch über Jahre hinziehen wird. Eine weitere Unterstützung durch den Rheinbacher Partnerschaftsverein und Rheinbacher Bürger sagte ihm Winfried Kern zu.

Am Samstagabend stand – wie schon bei allen in den vergangenen Jahren stattgefundenen Besuchen – die Geselligkeit im Vordergrund: Bei gutem Essen und tschechischem Bier, sowie Musik und Tanz kannte die Herzlichkeit keine Grenzen. Ideen für den Gegenbesuch der Tschechen im Sommer nächsten Jahres, bei der neben einer Gruppe Erwachsener mit eigenem Programm eine Gruppe tschechischer Jugendlicher zu einer Paddeltour an der Lahn eingeladen sind, wurden konkretisiert.

Vor der Abreise am Sonntagmorgen wartete noch eine besondere Überraschung auf die Teilnehmer: Die im Programm zum Abschluss und im Zusammenhang mit dem Friedhofsprojekt vorgesehene Messe hielt der für das Bistum Leitmeritz zuständige Bischof, Jan Baxant, was natürlich für die kleine Kirchengemeinde und die Reisegruppe ein besonderes Ereignis war. Der Bischof begrüßte die deutschen Reiseteilnehmer in einer gesonderten Ansprache und hielt die Messe in Teilen zweisprachig. Nach herzlicher Verabschiedung und reichlicher Reiseverpflegung durch die tschechischen Freunde, sowie dem Segen des Bischofs traten die von der Gastfreundschaft der Tschechen begeisterten Teilnehmer ihre Rückreise an. Winfried Kern freute sich über das positive Echo der Teilnehmer und wieder ein paar neue Freunde für die Partnerschaft gewonnen zu haben.

Winfried Kern


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